Rezension zu "Das wirst du bereuen" von Amanda Maciel

 Klappentext:

 Alle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben ? und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse. Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten ? angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma tot ?

Verlag: Boje
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2014
Seiten: 297 ohne Danksagung
Genre: Jugendbuch
Preis:  14,99€ auf Amazon

 

Inhalt: 

 Seit Brielle sie in der 9ten Klasse zu ihrer Freundin gemacht hat, ist Sara nicht mehr unsichtbar. Sie könnte sogar Star des Jahrbuchs werden^^ Dank ihres Freundes, kennt sie auch viele Zölftklässler und geht oft auf angesagte Partys. Ihr Leben ist perfekt, doch dann kommt Emma neu auf ihre Schule. Sofort macht sie sich an die Jungs ran und Sara muss sogar um ihren eigenen Freund bangen. Doch dass lässt sie sich nicht gefallen, zusammen mit ihrer besten Freundin Brielle beschließt sie Emma das Leben zu Hölle zu machen. Es fängt mit Schlampe an und endet damit, dass Emma tot in der Garage ihrer Eltern gefunden wird. Sara, Brielle und ein paar Jungs werden angeklagt, sie in den Tod getrieben zu haben. Doch Sara ist sich keiner Schuld bewusst.



Meine Meinung:

Ich wusste zu Anfang nicht, was ich von dem Buch halten sollte. Die Protagonistin hat mich total angekotzt und ich konnte eigentlich keine ihrer Ansichten, guten Gewissens vertreten. Sie ist eindeutig eine Mobberin, hat dazu beigetragen, dass ein Mädchen sich umgebracht hat und ist sich absolut keiner Schuld bewusst. Da ich ja selbst gemobbt wurde bzw. werde, weiß ich wie sich Emma gefühlt hat. Ich weiß warum sie all die Dinge die sie getan hat, getan hat. Und ich kenne auch Mädchen wie Sara, deswegen viel mir der Anfang dieses Buches recht schwer und doch ist es deshalb nicht schlecht. Im Gegenteil: es ist sehr gut und sehr realitätsnah geschrieben. Und dieses mal nicht aus der Sicht des Opfers, sondern aus der des Täters, der sich wie das Opfer fühlt.

Lasst mich den letzten Satz etwas genauer erläutern. Nachdem Emma Putnam sich umgebracht hat, zeigen ihre Eltern Sara und ein paar andere Jugendlich an und so gerät Sara in einen Rechtsstreit, der ihr Leben zu zerstören scheint. Niemand will mehr etwas mit ihr zu tun haben, im Supermakrt wird sie beschimpft und mit ihrer besten Freundin darf sie nicht mehr reden. Dieser Rechtsstreit und die damit einhergehenden Konsequenzen ziehen sich durchs ganze Buch. Da alles auch der Sicht von Sara geschrieben ist, bekommen wir als Leser auch Einblicke in ihre Gefühlswelt. Und man kann sich natürlich vorstellen, dass es ihr dabei nicht gerade gut geht. Und trotzdem hatte ich nicht sofort Mitleid mit ihr. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke das war auch ganz im Sinne der Autorin. Man sollte die Protagonistin verachten. Die Darstellung einer jugendlichen Mobberin in der heutigen Zeit mit Internet und Co, ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Auch der Aufbau des Buches hat mir gefallen. Mit jedem Kapitel ändert sich auch die Zeit in der wir uns befinden. Mal sind wir im "Hier und Jetzt", Sara ist mitten im Rechtsstreit und Emma ist schon tot und im nächsten Kapitel sind wir dann ein paar Monate zuvor, sehen zu wie Emma gemobbt wird. Manchmal ist es auch der Fall, das Sara eine bestimmte Sache mit ihrer Anwältin bespricht, kurz anreißt und wir dann 2-4 Kapitel später, genau diese Sache miterleben. Anfangs waren diese Sprünge noch etwas verwirrend und die Kapitelüberschriften, mit den jeweiligen Monaten haben mir da auch nicht wirklich geholfen. Aber wenn man erst mal drin ist, stellt man sich darauf ein, dass jedes zweite Kapitel in der Vergangenheit spielt ;)



 Fazit:


Ein Buch aus der Sicht des Mobbers, der Mitschuld an dem Tod eines Mädchens hat, sich dem jedoch nicht im geringsten bewusst ist. Es gewährt uns Einblicke in die Gedanken und Gefühle eines solchen und beschönigt dabei nichts. Es ist mal was anderes und hat mir gut gefallen. Interessant und realitätsnah geschrieben. Für jeden der sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigen möchte, die absolut richtige Wahl. 4 von 5 Sternen.






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